Mittwoch, 28. Oktober 2026
Reisekrimi Teil 6 – Wien, Donauinsel und mehr
Reisekrimi Teil 6 – Wien, Donauinsel und mehr
Mit einer Radtour durchs Viertel machten wir uns auf den Weg zur Brigittenauer Brücke, schraubten uns auf den Fahrrad- und Rollstuhlfreundlichen Serpentinen rauf und runter und gelangten so auf d etwa 20 Kilometer lange Donau-Insel. Ursprünglich hatte wir einmal geplnt si komplett oder zumindest weitestgehend mit dem Rad zu erkunden, was aufgrund meiner anämischen Schwäche jedoch nicht umsetzbar war. Ein paar Kilometer (etwa 3 hin und 3 zurück) mussten reichen. Hübsch war es hier, ein klassisches Naherholungsgebiet mit viel grün, angenehm befestigten Rad- und Fußwegen, ausreichender Versorgung mit Sitzgelegenheiten, Mistkübeln (Mülleimern), Toiletten und sogar dezenter Gastronomie. Wir machten uns auf die Suche nach einem geeigneten Strand und hielten neben Ausschau nach einem Mann im Klappstuhl. Ich hatte mir vorgestellt, einen meiner Lieblingsblogger hier zufällig anzutreffen. Man hätte ja auch versuchen können, sich im Vorfeld zu verabreden, aber ich hatte ein wenig Sorge, dass der Herr Schizophrenist sich dann hätte gestalkt fühlen können. So dachte ich, es kann klappen oder eben nicht. Wie wir später feststellten, war die Wahrscheinlichkeit recht hoch, denn er wohnt nicht weit von unserem Hotel und gelangte womöglich an derselben Stelle wir wir auf die Insel. Jedoch schrieb er schon während wir am Strand herumlungerten, dass der Klappstuhl nur noch ein symbolisches Bild sei, er radele herum, schaue sich häufig um und rede vor sich hin.
Um nicht stundenlang unzufrieden auf Strandsuche herumzuradeln, befragten wir die Suchmaschine nach Empfehlungen und begaben uns so über eine Holzhängbrücke ans andere Ufer auf Höhe des Uno-Viertels (diese irgendwie gar nicht unserer Vorstellung von Wien entsprechenden, neumodischen Wolkenkratzer), radelten noch zwei bis drei Kilometer in Richtung Reichsbrücke und gelangten an den empfohlenen Piratenstrand. Eine echte Offenbarung: Feiner, sehr heller Seesand, hohe, romantische Bäume, komfortable Holzbänke, ein altes Ruderboot als Kinderspielplatz und ein einigermaßen bequemer Einstieg in die Donau.
Die Badequalität war hervorragend, warmes, sehr klares Wasser und keinerlei Strömung, was der Tatsache geschuldet war, dass die Donau in diesem Abschnitt gestaut ist, wie mein geselliger Gatte im Gespräch mit einem Wassersportler herausbekam. Hier wurde eine interessante Spielart von Wasserski betrieben, ein Schnorchler war unterwegs, am Strand hatte ein Vater für seine Kinder eine Hängematte in die Bäume gehängt, im Boot spielten sie auch und alle paar hundert Meter gab es die unterschiedlichsten Badestellen: Betonstufen, schwimmende Inseln, Stege, Strände. Weil so viel davon vorhanden war, war es nirgends überfüllt. Ein entspannter Strandtag mitten in der Großstadt. Der Gatte durchquerte einmal schwimmend den Fluss bis zur Insel und wieder zurück, was ihn mit großer Freude erfüllte.

Nach ein paar enspannten Stunden fuhren wir über die Reichsbrücke erneut auf die Insel und radelten zur Brigittenauer Brücke zurück - noch immer Ausschau haltend nach dem beliebten Blogger. Vielleicht klappt es in zwei Jahren, wenn wir unsere Tour von Linz nach Bratislava wirklich machen.
Auf der Tour zum Hotel besorgten wir sehr unösterreichischen Kuchen für den Gatten – es scheint in diesem Viertel nur türkische Bäckereien zu geben, das ist ja spannend, aber eben auch sehr süß und nicht das, wonach man sich sehnt, wenn man hungrug der nachmittäglichen Teezeit entgegenfiebert.
Beim Supermarkt-Einkauf zum Eindecken für die Rückfahrt entdeckte ich spannende Obstbreisorten, zum Beispiel Apfel-Marille.
Nach einer Ruhepause im Hotel begaben wir uns zum Naschmarkt, der leider schon weitestgehend geschlossen wurde. Hier gab es unfassbar spannende Leckereien und viel ansprechende Gastronomie. Da haben wir etwas verpasst. Beim nächsten Mal werden wir uns eher dort hin bewegen.
Der Naschmarkt liegt in einem sehr schönen Stadtviertel, das sogar noch im Dunkeln lebendig und ansprechend wirkt: Schöne, historische beleuchtete Fassaden, viele grüne Inseln und hübsche Bänke, viel Außengastronomie, viele freundliche Menschen in den Straßen, viel alternative Subkultur. Und ich habe dort wenigstens die Falco-Stiege fotografiert, wenn schon nicht das Grabmal auf dem Zentralfriedhof.
Wir suchten ein nettes chinesisches Restaurant mit hübschem Außenbereich auf, damit der Gatte einmal gepflegt Essen gehen konnte – für mich gab es nur Reis :-), sogar die leichte Gemüsesuppe war zu scharf und fettig. Aber das Ambiente machte das Erlebnis auch für mich zu einem unschlagbar angenehmen Abend.
Nach einem letzten Zug durch die Straßen nutzten wir den formidablen öffentlichen Personen-Nahverkehr und begaben uns für unsere letzte Urlaubsnach zurück ins Hotel.

Fortsetzung folgt

... comment

 
Weit weg war ich nicht von ihrem Stützpunkt. Ich befürchte echte Begegnungen können nur in einer Enttäuschung enden;-) Alle schwärmen von Naschmarkt und nicht von den Trinkern hinter Friedrich Engels Platz. Wahrscheinlich ist das auch mit echten Segnungen, nee Begegnungen so. Ich würde mich fürchterlich zusammenreißen und Sie wahrscheinlich auch. 🤣

Danke für den Wien-Bericht.

... link  

 
Sie sind ja schnell!
Danke fürs Lesen. Ich glaube nicht, dass ich enttäuscht wäre, dafür bin ich viel zu ergenisoffen. Einfach mal quatschen, das hätte mir gefallen.
Klar reißt man sich ein wenig zusammen. Auf jeden Fall lese ich gern bei Ihnen und freue mich über Ihre Kommentare.
Und in zwei Jahren sehen wir uns die Trinker vom Friedrich-Engels-Platz an. Und die Berggasse.
Bis dahin wünsche ich Ihnen nur das Beste.

... link  


... comment