Freitag, 27. Februar 2026
2nd Spoiler 25
c. fabry, 14:25h
2000
Zu Beginn des neuen Jahrtausends erreichten Axels Depressionen ein Ausmaß, das Sigrid dazu veranlasste, erneut aktiv zu werden: „So geht es nicht weiter! Wenn es mit dem Therapeuten nicht geklappt hat, lag es vielleicht daran, dass es der falsche war, so etwas kommt vor. Dann musst du eben einen anderen Therapeuten aufsuchen.“
„Das schaffe ich nicht.“, erwiderte Axel. „Erst dieses komplizierte Herumtelefonieren und dann ist es vielleicht wieder einer, der mich nicht versteht.“
„Vielleicht aber auch nicht.“
„Sigrid, das ist doch alles sinnlos. Ich bin eine Pfeife. Ich war immer eine Pfeife und das ändert auch kein Gequatsche beim Psychologen. Die Welt wäre besser dran ohne mich.“
„Das wäre sie nicht! Ich wäre kreuzunglücklich ohne dich!“
„Das sagst du doch nur so. Und jetzt lass mich ausruhen. Ich bin so müde.“
Sigrids Sorge um das Leben ihres Mannes war größer als der Respekt vor seinem Willen. Sie rief in der Hausarztpraxis an und bat um Hilfe. Die verwiesen ihn an den sozialpsychiatrischen Krisendienst und am Ende stand eine Einweisung ihres Mannes in eine psychiatrische Klinik. Er war nicht einmal ärgerlich, fügte sich in sein Schicksal wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird oder wie ein reuiger Straftäter, der sich ergit und der Verhaftung nicht widersetzt.
Sigrid fühlte sich hundeelend, doch sie beruhigte ihr Gewissen damit, dass sie das einzig Richtige getan hatte, um das Leben ihres Mannes zu retten und zu verbessern.
Es folgte eine schwierige Zeit, denn das Klinikpersonal brauchte lange, um zu dem schwer depressiven Patienten durchzudringen. Er wurde zunächst mit hohen Dosen von Medikamenten ruhig gestellt, sodass kein therapeutisches Gespräch möglich war. Sigrid erkannte ihn kaum wieder, wie er sich mit starrem Blick in vorsichtig, winzigen Trippelschritten bewegte und rhythmisch nach Luft schnappte. Es gelang ihr kaum, die Tränen zurückzuhalten. Sie verlor jedes Zeitgefühl, funktionierte wie ferngesteuert, bewältigte die anfallende Arbeit im Gasthof und besuchte täglich ihren kranken Mann, dessen erbärmlicher Zustand scheinbar stagnierte.
Aber eines Tages kam Bewegung in den Aufenthalt: Sein Blick wurde etwas klarer und er berichtete von einem ersten Gespräch, das ihm gut getan hatte. Nach einem halben Jahr war er so weit stabilisiert, dass er die Gesprächstherapie ambulant fortsetzen konnte, bei einem Psychologen, der ihn zwar herausforderte, aber erkennbar uneingeschränkt auf seiner Seite war. Sigrid war froh, ihren Mann wieder bei sich zu haben und zu erleben, wie es ihm stetig besser ging. Und Axel war unendlich dankbar für ihren großen Mut.
Zu Beginn des neuen Jahrtausends erreichten Axels Depressionen ein Ausmaß, das Sigrid dazu veranlasste, erneut aktiv zu werden: „So geht es nicht weiter! Wenn es mit dem Therapeuten nicht geklappt hat, lag es vielleicht daran, dass es der falsche war, so etwas kommt vor. Dann musst du eben einen anderen Therapeuten aufsuchen.“
„Das schaffe ich nicht.“, erwiderte Axel. „Erst dieses komplizierte Herumtelefonieren und dann ist es vielleicht wieder einer, der mich nicht versteht.“
„Vielleicht aber auch nicht.“
„Sigrid, das ist doch alles sinnlos. Ich bin eine Pfeife. Ich war immer eine Pfeife und das ändert auch kein Gequatsche beim Psychologen. Die Welt wäre besser dran ohne mich.“
„Das wäre sie nicht! Ich wäre kreuzunglücklich ohne dich!“
„Das sagst du doch nur so. Und jetzt lass mich ausruhen. Ich bin so müde.“
Sigrids Sorge um das Leben ihres Mannes war größer als der Respekt vor seinem Willen. Sie rief in der Hausarztpraxis an und bat um Hilfe. Die verwiesen ihn an den sozialpsychiatrischen Krisendienst und am Ende stand eine Einweisung ihres Mannes in eine psychiatrische Klinik. Er war nicht einmal ärgerlich, fügte sich in sein Schicksal wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird oder wie ein reuiger Straftäter, der sich ergit und der Verhaftung nicht widersetzt.
Sigrid fühlte sich hundeelend, doch sie beruhigte ihr Gewissen damit, dass sie das einzig Richtige getan hatte, um das Leben ihres Mannes zu retten und zu verbessern.
Es folgte eine schwierige Zeit, denn das Klinikpersonal brauchte lange, um zu dem schwer depressiven Patienten durchzudringen. Er wurde zunächst mit hohen Dosen von Medikamenten ruhig gestellt, sodass kein therapeutisches Gespräch möglich war. Sigrid erkannte ihn kaum wieder, wie er sich mit starrem Blick in vorsichtig, winzigen Trippelschritten bewegte und rhythmisch nach Luft schnappte. Es gelang ihr kaum, die Tränen zurückzuhalten. Sie verlor jedes Zeitgefühl, funktionierte wie ferngesteuert, bewältigte die anfallende Arbeit im Gasthof und besuchte täglich ihren kranken Mann, dessen erbärmlicher Zustand scheinbar stagnierte.
Aber eines Tages kam Bewegung in den Aufenthalt: Sein Blick wurde etwas klarer und er berichtete von einem ersten Gespräch, das ihm gut getan hatte. Nach einem halben Jahr war er so weit stabilisiert, dass er die Gesprächstherapie ambulant fortsetzen konnte, bei einem Psychologen, der ihn zwar herausforderte, aber erkennbar uneingeschränkt auf seiner Seite war. Sigrid war froh, ihren Mann wieder bei sich zu haben und zu erleben, wie es ihm stetig besser ging. Und Axel war unendlich dankbar für ihren großen Mut.
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Montag, 8. Dezember 2025
Erweiterter Suizid – für den kleinen dystopischen Krimihunger zwischendurch
c. fabry, 09:25h
Die Wahrheit, die keinen Zweifel zulässt, tötete zuerst den Verstand, dann die Vielfalt und schließlich sich selbst. Sie war ein viel zu leichtes Opfer.
Die Staatsanwaltschaft schloss die Akte und wurde von den Schergen der Folgeregierung abgeführt. „Wenn Gott dir eine Tür zuschlägt, öffnet er dir ein Fenster.“, versuchte die Staatsanwaltschaft sich selbst Mut zuzuflüstern.
Es gab keine Fenster.
Nur Wände, Kälte und Dunkelheit.
Die Staatsanwaltschaft schloss die Akte und wurde von den Schergen der Folgeregierung abgeführt. „Wenn Gott dir eine Tür zuschlägt, öffnet er dir ein Fenster.“, versuchte die Staatsanwaltschaft sich selbst Mut zuzuflüstern.
Es gab keine Fenster.
Nur Wände, Kälte und Dunkelheit.
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Freitag, 19. September 2025
2nd Spoiler 24
c. fabry, 17:58h
1998
Nach fast zwei Jahren harmonischer Zweisamkeit und nach Sigrids 24. Geburtstag heiratete Axel und sie. Sie gönnten sich zwar ein angemessenes Programm mit standesamtlicher Trauung, Polterabend, dem Jawort in weiß vor dem Altar und einem fröhlichen Fest mit vielen Gästen, sie verzichteten jedoch auf die Märchenhochzeit, die versuchte, alles Vorangegangene in den Schatten zu stellen. Axel zog zu Sigrid in den Gasthof. Nach zwei abgebrochenen Ausbildungen fand er hier ein Arbeitsfeld, in dem er sich wohlfühlte: ein familiäres Umfeld, flexible Arbeitszeiten und ein Gefühl von Selbstbestimmung machten ihn ausgeglichen und zufrieden. Er hatte seinen Sehnsuchtsort gefunden, bei einer Frau, die ihn so nahm, wie er war, zuhörte, verstand, nachfühlte. Hier war wenig Druck und viel Bestätigung, denn die Arbit machte ihm Freude, das war Antrieb genug.
Eine Zeitlang war das Paar Husemann-Rademacher im Paradies, doch Axels Probleme hatten ihre Ursache nicht in den vorausgegangenen Beschäftigungsverhältnissen, sondern in den Tiefen seiner Persönlichkeitsstruktur. Irgendwann kamen sie zurück, die Selbstzweifel, das Misstrauen gegenüber fröhlichen Mitmenschen, deren Freundlichkeit ihm gespielt vorkam und hinter deren Stimmen er Verachtung und Geringschätzung gegenüber Axels Person argwöhnte. Und wenn dies vielleicht bei einem von fünfzig zutraf, bedeutete dies für Axel, dass alle so tickten. Das zog ihn herunter, raubte ihm die Energie, ließ ihn in verzweifelter Dunkelheit versinken und es gelang nicht einmal Sigrid, ihn dort heraus zu holen.
„Du brauchst Hilfe, Axel.“, sagte sie, als er eines Morgens nicht einmal die Kraft fand, aufzustehen. Sie überredete ihn, sich in therapeutische Behandlung zu begeben. Ihm war auch das zu viel, doch er hatte große Angst, Sigrid und dazu dieses eigentlich doch sehr auf seine Bedürfnisse zugeschnittene Leben zu verlieren. Also erkundigte er sich beim Hausarzt nach dem Prozedere und konnte schon bald bei einem Psychotherapeuten beginnen.
Es gab ihm ein wenig Auftrieb, dass er es anging und wenn er sah, dass es auch Sigrid dadurch besser ging. Zunächst tat es ihm auch gut, mit einem Mann, der aufmerksam zuhörte, über sich und seine Gefühle zu sprechen.
Nun brachte es die fachliche Ausrichtung des Therapeuten mit sich, dass Axel allerlei „Hausaufgaben“ bekam, mit deren Umsetzung er sich schwertat und die zusätzlichen Druck und Frustration aufgrund seines Versagens aufbauten.
Therapeuten gehen manchmal Irrwege und dieser bekam seine persönliche Kränkung, die durch das Scheitern seines Klienten hervorgerufen wurde, nicht unter Kontrolle, verstand es als Verweigerung und Missachtung seiner Person. Axel fühlte sich zusätzlich demontiert und brach die Therapie ab. Sigrid sorgte sich und wusste nicht mehr, was sie tun sollte.
Nach fast zwei Jahren harmonischer Zweisamkeit und nach Sigrids 24. Geburtstag heiratete Axel und sie. Sie gönnten sich zwar ein angemessenes Programm mit standesamtlicher Trauung, Polterabend, dem Jawort in weiß vor dem Altar und einem fröhlichen Fest mit vielen Gästen, sie verzichteten jedoch auf die Märchenhochzeit, die versuchte, alles Vorangegangene in den Schatten zu stellen. Axel zog zu Sigrid in den Gasthof. Nach zwei abgebrochenen Ausbildungen fand er hier ein Arbeitsfeld, in dem er sich wohlfühlte: ein familiäres Umfeld, flexible Arbeitszeiten und ein Gefühl von Selbstbestimmung machten ihn ausgeglichen und zufrieden. Er hatte seinen Sehnsuchtsort gefunden, bei einer Frau, die ihn so nahm, wie er war, zuhörte, verstand, nachfühlte. Hier war wenig Druck und viel Bestätigung, denn die Arbit machte ihm Freude, das war Antrieb genug.
Eine Zeitlang war das Paar Husemann-Rademacher im Paradies, doch Axels Probleme hatten ihre Ursache nicht in den vorausgegangenen Beschäftigungsverhältnissen, sondern in den Tiefen seiner Persönlichkeitsstruktur. Irgendwann kamen sie zurück, die Selbstzweifel, das Misstrauen gegenüber fröhlichen Mitmenschen, deren Freundlichkeit ihm gespielt vorkam und hinter deren Stimmen er Verachtung und Geringschätzung gegenüber Axels Person argwöhnte. Und wenn dies vielleicht bei einem von fünfzig zutraf, bedeutete dies für Axel, dass alle so tickten. Das zog ihn herunter, raubte ihm die Energie, ließ ihn in verzweifelter Dunkelheit versinken und es gelang nicht einmal Sigrid, ihn dort heraus zu holen.
„Du brauchst Hilfe, Axel.“, sagte sie, als er eines Morgens nicht einmal die Kraft fand, aufzustehen. Sie überredete ihn, sich in therapeutische Behandlung zu begeben. Ihm war auch das zu viel, doch er hatte große Angst, Sigrid und dazu dieses eigentlich doch sehr auf seine Bedürfnisse zugeschnittene Leben zu verlieren. Also erkundigte er sich beim Hausarzt nach dem Prozedere und konnte schon bald bei einem Psychotherapeuten beginnen.
Es gab ihm ein wenig Auftrieb, dass er es anging und wenn er sah, dass es auch Sigrid dadurch besser ging. Zunächst tat es ihm auch gut, mit einem Mann, der aufmerksam zuhörte, über sich und seine Gefühle zu sprechen.
Nun brachte es die fachliche Ausrichtung des Therapeuten mit sich, dass Axel allerlei „Hausaufgaben“ bekam, mit deren Umsetzung er sich schwertat und die zusätzlichen Druck und Frustration aufgrund seines Versagens aufbauten.
Therapeuten gehen manchmal Irrwege und dieser bekam seine persönliche Kränkung, die durch das Scheitern seines Klienten hervorgerufen wurde, nicht unter Kontrolle, verstand es als Verweigerung und Missachtung seiner Person. Axel fühlte sich zusätzlich demontiert und brach die Therapie ab. Sigrid sorgte sich und wusste nicht mehr, was sie tun sollte.
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Samstag, 23. August 2025
2nd Spoiler 23
c. fabry, 15:25h
1996
Sigrid funktionierte im Gasthof und hoffte noch immer auf das Wunder der Liebe. Sie wollte keine systematischen Anstrengungen in Richtung Partnersuche unternehmen, das erschien ihr würdelos. Das mit der Liebe musste sich ergeben, auch wenn sie bereits 22 war.
Sie nahm weiter am gesellschaftlichen Leben teil, an Treffen der Landjugend, Verabredungen zum Frühstück, zu Kinobesuchen oder zu Einladungen zu Geburtstagsfeiern. Allerdings verbrachte sie den größten Teil dieser Begegnungen mit ihren Freundinnen. Die nicht vergebenen jungen Männer, die ebenfalls noch auf der Suche waren, erwiesen sich allesamt als indiskutabel.
Dann kam der Tag, an dem ihre Freundin Christiane zur Geburtstagsfeier einlud und Sigrid freute sich auf einen geselligen Abend.
Es war eine von diesen kleinen Feiern in gemütlicher Runde mit weitestgehend bekannten Gesichtern, bis auf den stillen, jungen Mann, den Christiane einmal auf einer Ferienfreizeit kennengelernt und zufällig wieder getroffen hatte. Und zufällig saß Sigrid neben ihm. Da war keine blitzartige, erotische Spannung wie bei dem schönen Dietmar und auch keine schwärmerische Begeisterung wie bei dem jungen Arzt, dafür ein Gefühl uralter Vertrautheit. Axel strahlte all das aus, was ihr seit em Tod ihres Vaters fehlte: Wärme, Sicherheit, Ruhe, Aufmerksamkeit, Freundlichkeit, Humor, Bodenständigkeit und Zärtlichkeit. Er war keine Titelblattschönheit, besaß jedoch ein angenehmes Äußeres, verbreitete keine unliebsamen Gerüche, verfügte über eine sonore Stimme und freundliche, wache Augen.
Obwohl alles stimmte, hatte Sigrid große Angst vor fatalen Fehlern. Für die meisten Männer wäre sie viel zu vorsichtig und zurückhaltend gewesen, um jemals eine Liebesbeziehung zustande kommen zu lassen; sie hätten ihr Verhalten als deutliches Desinteresse interpretiert und wären zügig zur nächsten Blume geflattert. Doch Axel war ebenfalls besonders vorsichtig und nicht sonderlich überzeugt von seiner Anziehungskraft auf das weibliche Geschlecht.
So ließen sie es sehr langsam angehen, in dem Tempo, das ihnen entsprach, mit unregelmäßigen losen Verabredungen zu so unverfänglichen Aktivitäten wie Spaziergängen und Café-Besuchen. Es kamen Radtouren, Minigolf und Kinobesuche hinzu, schließlich wöchentliche Verabredungen und nach einigen Monaten trauten sich beide endlich, zu ihren Gefühlen zu stehen und sie auszusprechen. Sie wurden ein Paar und es fühlte sich für beide ganz und gar richtig an.
Sigrid funktionierte im Gasthof und hoffte noch immer auf das Wunder der Liebe. Sie wollte keine systematischen Anstrengungen in Richtung Partnersuche unternehmen, das erschien ihr würdelos. Das mit der Liebe musste sich ergeben, auch wenn sie bereits 22 war.
Sie nahm weiter am gesellschaftlichen Leben teil, an Treffen der Landjugend, Verabredungen zum Frühstück, zu Kinobesuchen oder zu Einladungen zu Geburtstagsfeiern. Allerdings verbrachte sie den größten Teil dieser Begegnungen mit ihren Freundinnen. Die nicht vergebenen jungen Männer, die ebenfalls noch auf der Suche waren, erwiesen sich allesamt als indiskutabel.
Dann kam der Tag, an dem ihre Freundin Christiane zur Geburtstagsfeier einlud und Sigrid freute sich auf einen geselligen Abend.
Es war eine von diesen kleinen Feiern in gemütlicher Runde mit weitestgehend bekannten Gesichtern, bis auf den stillen, jungen Mann, den Christiane einmal auf einer Ferienfreizeit kennengelernt und zufällig wieder getroffen hatte. Und zufällig saß Sigrid neben ihm. Da war keine blitzartige, erotische Spannung wie bei dem schönen Dietmar und auch keine schwärmerische Begeisterung wie bei dem jungen Arzt, dafür ein Gefühl uralter Vertrautheit. Axel strahlte all das aus, was ihr seit em Tod ihres Vaters fehlte: Wärme, Sicherheit, Ruhe, Aufmerksamkeit, Freundlichkeit, Humor, Bodenständigkeit und Zärtlichkeit. Er war keine Titelblattschönheit, besaß jedoch ein angenehmes Äußeres, verbreitete keine unliebsamen Gerüche, verfügte über eine sonore Stimme und freundliche, wache Augen.
Obwohl alles stimmte, hatte Sigrid große Angst vor fatalen Fehlern. Für die meisten Männer wäre sie viel zu vorsichtig und zurückhaltend gewesen, um jemals eine Liebesbeziehung zustande kommen zu lassen; sie hätten ihr Verhalten als deutliches Desinteresse interpretiert und wären zügig zur nächsten Blume geflattert. Doch Axel war ebenfalls besonders vorsichtig und nicht sonderlich überzeugt von seiner Anziehungskraft auf das weibliche Geschlecht.
So ließen sie es sehr langsam angehen, in dem Tempo, das ihnen entsprach, mit unregelmäßigen losen Verabredungen zu so unverfänglichen Aktivitäten wie Spaziergängen und Café-Besuchen. Es kamen Radtouren, Minigolf und Kinobesuche hinzu, schließlich wöchentliche Verabredungen und nach einigen Monaten trauten sich beide endlich, zu ihren Gefühlen zu stehen und sie auszusprechen. Sie wurden ein Paar und es fühlte sich für beide ganz und gar richtig an.
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