Sonntag, 1. November 2026
Reisekrimi Teil 7 – Abschied von Wien und wehmütige Heimreise
Nach einem unspektakulären Auschecken nahmen wir Abschied von der skurrilen Wohnung im Hotel.
Wir gelangten so schnell auf die Autobahn, wie wir auf der Anreise in die Stadt gekommen waren und wurden dann vom Navi auf eine Strecke über Tschechien geleitet. Das geschah zwar unfreiwillig, war aber vermutlich sinnvoll und erwies sich außerdem spannend.
Wir kannten bisher von Tschechien nur Prag und Umgebung und ich hatte als 18-Jährige einmal einen Tag lang Karlsbad besucht. In Tschechien gibt es viele Seen, die als familienfreundliche Urlaubsorte genutzt werden und viele hübsche, kleine Städte. Landschaftlich war es zwar nicht gerade umwerfend, aber durchaus ansprechend. Spektakulär war dagegen die Kunst entlang der Autobahn: riesige farbige Skulpturen aus Flugzeugteilen, vogel- oder engelartige Wesen.
An Prag – der nach meiner Ansicht schönsten Großstadt Europas – fuhren wir im zähflüssigen Verkehr vorbei, was mir in der Seele wehtat, aber wir mussten ja wieder zurück nach Hause.
Danach kamen wir durch eine sehr besondere Landschaft – das Erzgebirge, bestehend aus Hügeln, die wie gigantische Kegel oder Sandkuchen unsere staunenden Blicke auf sich zogen.
Auch Dresden mussten wir leider liegen lassen, sehr schade, denn wir haben es bis heute nicht geschafft die Sachsenmetropole zu besuchen. Wir durchquerten Sachsen-Anhalt in den letzten Tagen, in denen es noch nicht von der AfD gekapert wurde.
Dunkle Wolken – wie passend – brachten reichlich Regen und einen gewaltigen Temperatursturz – nach den angenehm sommerlichen Temperaturen in Österreich und Tschechien war das zwar kein Schock – immerhin waren wir schon im September angekommen – aber es brachte eine gewisse Ernüchterung mit sich.
Immerhin war die Raststätte in Garbsen hübsch eingerichtet und bot einen guten, schwarzen Tee, sodass wir den Endspurt gut überstehen konnten,

Am Abend wurden glücklich von unserer vereinsamten Katze in Empfang genommen und in die Pfoten genommen. Die Vertrautheit und Behaglichkeit der vertrauten Umgebung und die Wärme des Feuers im Kaminofen sowie das erleichterte Schnurren der anschmiegsamen Katze entschädigten uns für das Ende dieser wunderbaren Reise.

Ende des Reiseberichts

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Mittwoch, 28. Oktober 2026
Reisekrimi Teil 6 – Wien, Donauinsel und mehr
Reisekrimi Teil 6 – Wien, Donauinsel und mehr
Mit einer Radtour durchs Viertel machten wir uns auf den Weg zur Brigittenauer Brücke, schraubten uns auf den Fahrrad- und Rollstuhlfreundlichen Serpentinen rauf und runter und gelangten so auf d etwa 20 Kilometer lange Donau-Insel. Ursprünglich hatte wir einmal geplnt si komplett oder zumindest weitestgehend mit dem Rad zu erkunden, was aufgrund meiner anämischen Schwäche jedoch nicht umsetzbar war. Ein paar Kilometer (etwa 3 hin und 3 zurück) mussten reichen. Hübsch war es hier, ein klassisches Naherholungsgebiet mit viel grün, angenehm befestigten Rad- und Fußwegen, ausreichender Versorgung mit Sitzgelegenheiten, Mistkübeln (Mülleimern), Toiletten und sogar dezenter Gastronomie. Wir machten uns auf die Suche nach einem geeigneten Strand und hielten neben Ausschau nach einem Mann im Klappstuhl. Ich hatte mir vorgestellt, einen meiner Lieblingsblogger hier zufällig anzutreffen. Man hätte ja auch versuchen können, sich im Vorfeld zu verabreden, aber ich hatte ein wenig Sorge, dass der Herr Schizophrenist sich dann hätte gestalkt fühlen können. So dachte ich, es kann klappen oder eben nicht. Wie wir später feststellten, war die Wahrscheinlichkeit recht hoch, denn er wohnt nicht weit von unserem Hotel und gelangte womöglich an derselben Stelle wir wir auf die Insel. Jedoch schrieb er schon während wir am Strand herumlungerten, dass der Klappstuhl nur noch ein symbolisches Bild sei, er radele herum, schaue sich häufig um und rede vor sich hin.
Um nicht stundenlang unzufrieden auf Strandsuche herumzuradeln, befragten wir die Suchmaschine nach Empfehlungen und begaben uns so über eine Holzhängbrücke ans andere Ufer auf Höhe des Uno-Viertels (diese irgendwie gar nicht unserer Vorstellung von Wien entsprechenden, neumodischen Wolkenkratzer), radelten noch zwei bis drei Kilometer in Richtung Reichsbrücke und gelangten an den empfohlenen Piratenstrand. Eine echte Offenbarung: Feiner, sehr heller Seesand, hohe, romantische Bäume, komfortable Holzbänke, ein altes Ruderboot als Kinderspielplatz und ein einigermaßen bequemer Einstieg in die Donau.
Die Badequalität war hervorragend, warmes, sehr klares Wasser und keinerlei Strömung, was der Tatsache geschuldet war, dass die Donau in diesem Abschnitt gestaut ist, wie mein geselliger Gatte im Gespräch mit einem Wassersportler herausbekam. Hier wurde eine interessante Spielart von Wasserski betrieben, ein Schnorchler war unterwegs, am Strand hatte ein Vater für seine Kinder eine Hängematte in die Bäume gehängt, im Boot spielten sie auch und alle paar hundert Meter gab es die unterschiedlichsten Badestellen: Betonstufen, schwimmende Inseln, Stege, Strände. Weil so viel davon vorhanden war, war es nirgends überfüllt. Ein entspannter Strandtag mitten in der Großstadt. Der Gatte durchquerte einmal schwimmend den Fluss bis zur Insel und wieder zurück, was ihn mit großer Freude erfüllte.

Nach ein paar enspannten Stunden fuhren wir über die Reichsbrücke erneut auf die Insel und radelten zur Brigittenauer Brücke zurück - noch immer Ausschau haltend nach dem beliebten Blogger. Vielleicht klappt es in zwei Jahren, wenn wir unsere Tour von Linz nach Bratislava wirklich machen.
Auf der Tour zum Hotel besorgten wir sehr unösterreichischen Kuchen für den Gatten – es scheint in diesem Viertel nur türkische Bäckereien zu geben, das ist ja spannend, aber eben auch sehr süß und nicht das, wonach man sich sehnt, wenn man hungrug der nachmittäglichen Teezeit entgegenfiebert.
Beim Supermarkt-Einkauf zum Eindecken für die Rückfahrt entdeckte ich spannende Obstbreisorten, zum Beispiel Apfel-Marille.
Nach einer Ruhepause im Hotel begaben wir uns zum Naschmarkt, der leider schon weitestgehend geschlossen wurde. Hier gab es unfassbar spannende Leckereien und viel ansprechende Gastronomie. Da haben wir etwas verpasst. Beim nächsten Mal werden wir uns eher dort hin bewegen.
Der Naschmarkt liegt in einem sehr schönen Stadtviertel, das sogar noch im Dunkeln lebendig und ansprechend wirkt: Schöne, historische beleuchtete Fassaden, viele grüne Inseln und hübsche Bänke, viel Außengastronomie, viele freundliche Menschen in den Straßen, viel alternative Subkultur. Und ich habe dort wenigstens die Falco-Stiege fotografiert, wenn schon nicht das Grabmal auf dem Zentralfriedhof.
Wir suchten ein nettes chinesisches Restaurant mit hübschem Außenbereich auf, damit der Gatte einmal gepflegt Essen gehen konnte – für mich gab es nur Reis :-), sogar die leichte Gemüsesuppe war zu scharf und fettig. Aber das Ambiente machte das Erlebnis auch für mich zu einem unschlagbar angenehmen Abend.
Nach einem letzten Zug durch die Straßen nutzten wir den formidablen öffentlichen Personen-Nahverkehr und begaben uns für unsere letzte Urlaubsnach zurück ins Hotel.

Fortsetzung folgt

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Montag, 12. Oktober 2026
Reisekrimi Teil 5 – noch mehr Sightseeing in Wien
Nach dem Frühstück machten wir uns auf zum zweiten Must-Do. Der Zentralfriedhof. Nicht nur wegen des großartigen Songs von Wolfgang Ambros oder der zahlreichen Prominenten. Wir sind Friedhofstourist*innen. Es machte gleich zu Anfang Eindruck auf uns, dass es entlang des Friedhofs drei Tram-Haltestellen gibt. Gewundert habe ich mich über das Outfit des Stadtteil Simmering – hatte ich mir irgendwie idyllischer vorgestellt, Friedhöfe liegen ja häufig in ruhigen, bürgerlichen Wohngebieten, Simmering wirkte auf mich eher wie ein angeranztes Industriegebiet. Aber was weiß ich schon.
Wir erstanden am Haupteingang einen Lageplan des Friedhofs. Man hätte sogar E-Bikes mieten können und zum ersten Mal in meinem gar nicht mal so kurzen Leben sah ich Autos über einen Friedhof fahren. Befremdlich, aber nachvollziehbar. Das ist kein Friedhof, das ist eine eigene Großstadt. 330 000 Grabstellen – soviel wie Bielefeld Einwohner*innen hat und mittlerweile drei Millionen Verstorbene.
Mozart, Beethoven, Schubert, Johann Strauss, Johannes Brahms – die waren dicht beieinander gebettet.
Wir suchten und fanden für meine Schwester, die unsterblicher Fan ist, das Grab von Udo Jürgens, das aus meiner Sicht beinahe einer Müllhalde glich, weil so viele unbedingt etwas ablegen müssen und dadurh ein unübersichtliches, ästhetisch wenig ansprechendes Durcheinander entsteht. Überhaupt war die Nachbarschaft des berühmten Musikers, den ich irgendwo zwischen Chanson und Schlager verorten würde wild kombiniert: Hedi Lamar, Alfred Adler, Christiane Hörbiger..
Es gab auch sonst viele spannende Grabstellen mir nicht bekannter Personen. Einen zierte die Unterschrift des Verstorbenen mit dem Kommentar: „Heute war gut.“
Spaßenshalber suchten wir auch nach Falco, allerdings ohne Erfolg, das war uns aber egal.
Zum Abschluss besuchten wir den alten jüdischen Friedhof. Hier gab es großartige Grabmale, besonders gut erhalten. Viel würdiger als die gestapelten Grabsteine auf dem jüdischen Friedhof in Prag. Das Schlimmste habe ich vor einigen Jahren in Südholland entdeckt: ein winziger jüdischer Friedhof, auf dem niemand mehr begraben liegt, weil die Gemeinde sich für ihre Toten einen würdigeren Ort gesucht hat. In Wien hat jüdisches Leben Platz – auch auf dem Friedhof.

Nach ein paar Stunden waren wir dann doch ein wenig erschöpft und und fuhren Richtung Altstadt, um nach einem geeigneten Pausenraum Ausschau zu halten.
Eigentlich sollte es das Café Central sein, aber das war aktuell geschlossen. Wir waren müde und hungrig und landeten außerplanmäßg in einem Tearoom in unmittelbarer Nähe zum Stefansdom. Was für ein Glücksfall…Ich aß den besten Scone meines Lebens – und ich habe in England mehrfach Scones bestellt – der Tee war gut und reichlich, die Atmosphäre entspannt und gepflegt, der Umgang freundlich. Ein perfekter Platz zum Kraft Schöpfen.
Den Stefans-Dom betrachteten wir nur kurz von innen, der in Linz war spannender. Wir hätten ja Eintritt gezahlt, aber wir fanden nicht, dass es sich lohnt.
Wir ließen uns treiben in den Straßen und Gassen und entdeckten einen wunderschönen Buchladen, in dem ich mich Stunden hätte aufhalten können: so viel Ungewöhnliches und Spannendes in pittoreskem, gemütlichem Ambiente, geheimnisvoll anmutend, mit einer lockeren Buchhändlerin, mit der wir ein langes interessantes Gespräch über diverse Literaturverfilmungen führten.
Ich hatte noch Gruß-Karten zu schreiben und nutzte dafür eine öffentliche Sitzecke, dort gab es sogar Tische, das liebe ich wirklich an Österreich. Ein Briefkasten war schnell gegoogelt und gefunden und dann kamen wir zu Platz vier auf der Must-Do-Liste:
Café Hawelka.
Mein Mann beging den Faux-pax eine koffeinfreie Wieer Melange zu bestellen – diese Bestellung wurd brüsk zurückgewiesen. Darum bestellte er Holunderwasser, davon bekam er leider Magendrücken. Ich bestellte Wiener Melange trotz Magengeschwür, und stellte fest, zumidest im Zustand eines empfindlichen Magens und extremer Anämie wirkt dieser Mokka härter als Koks. Ich habe nur die halbe Tasse getrunken – und die halbe Nacht nicht geschlafen. Die Atmosphäre im Café war legendär. Wir hätten auch gern von den Buchteln gekostet, aber die gab es erst ab 20.00 Uhr.

Am Abend wollte der Gatte eigentlich essen gehen, aber sein Magen rebellierte solidarisch mit meinem. So aßen wir magenfreundlich im Hotel und unternahmen später einen Spaziergang im Dunkeln. Etwas unheimlich für uns ängstliche Landeier, an manchen Stellen waren die Straßen sehr unbelebt, da wo Leben war, war es ganz nett.
Wir nahmen ein stilles Absacker-Wasser in einer traditionellen Kneipe in der Straße in der auch das Hotel lag. Dann machten wir uns auf ins Bett.

Fortsetzung folgt

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Freitag, 2. Oktober 2026
Reisekrimi Teil 4 – Ankommen in Wien
Wenn man von Nordwesten in die österreichische Hauptstadt einrollt, sieht man sofort, wo man ist: bunte Farbfelder unter Vermeidung rechter Winkel im Stile Friedensreich Hundertwassers – das Fernwärmewerk Spittelau.
Wir waren schnell in dem Stadtteil, in dem der Gatte das Appartement gebucht hatte. Ursprünglich war ja das Einrollen mit dem Rad längs der Donau geplant, darum logierten wir im Bezirk Brigittenau (nächste U-Bahn-Station Friedensbrücke), in einem unaufgeregten Hotel mit sympathisch verlottertem Hinterhof, der früher einmal als Biergarten gedient haben muss. Nette Menschen an der Rezeption, skurriles Appartment mit abenteuerlichem Stilmix, nicht perfekt, aber durchaus komfortabel und mit guter öffentlicher Verkehrsanbindung.
Wir packten aus, gönnten uns eine Teezeit mit Gebäck, planten das weitere Vorgehen und machten uns als erstes auf den Weg zum Hundertwasserhaus. Es wäre spannend gewesen auch die Innenansichten zu bewundern, aber es wäre ja eine Zumutung für die Bewohnenden, wenn ihnen ständig Touristen in der Wohnung herumständen. Ich fand es auch von außen eindrucksvoll und die im Stile Hundertwassers gestaltete Mini-Shoppingmall war ebenfalls ganz süß.
Dann steuerten wir das nächste von mir geplante Ziel an: Den Prater, inklusive Riesenrad. Ja, ich weiß, das machen alle, wie unkreativ, aber ich bitte Sie, zum ersten Mal in Wien und den Prater ignorieren? Das ist wie Paris ohne Eiffelturm, London ohne Towerbrigde, Berlin ohne Brandenburger Tor.
Außerdem ist der kirmesartige „Wurstlprater“ ja nur ein Bruchteil des gigantischen Parks mit Sportstätten, Skateranlagen, Tischtennisplatten, weitläufigen Wiesen, uralten Bäumen und viel echter Natur und nicht so zurechtgestutzt wie in Schönbrunn (das wir uns dann tatsächlich geschenkt haben, das kenne ich ja schon alles aus den Schissi-Filmen). Das Publikum war in jeder Hinsicht bunt, ein wirklich funktionierendes Naherholungsgebiet mit tiefenentspannter Atmosphäre, weil einfach genug Platz da ist und man sich nicht gegenseitig die Ohren abtritt.
Der Wurstlprater gefiel mir deutlich besser als ich erwartet hatte. Trotz moderner Fahrgeschäfte hat er noch viel von einem altmodischen Rummelplatz, natürlich habe ich die „Wilde Maus“ bewundert, die ich aus dem genialen Film von Josef Hader kenne, aber da waren noch mehr Buden, die zwar geschlossen waren, den Betrieb aber wegen ihrer historischen Kulisse optisch aufwerteten. Es roch nicht so aufdringlich nach grenzwertig angebranntem Karamell und zu heißem Frittenfett, es war nicht so laut und nicht so voll, reichlich Platz auf den Straßen zwischen den Geschäften. Nun gut, viel los schien eh nicht zu sein, denn beim Riesenrad mussten wir nicht Schlange stehen.
Ich wäre ja gern zu zweit in der Gondel gewesen – filmreif – aber das wäre natürlich nicht wirtschaftlich und so genossen wir italienische Mitreisende und die beeindruckende Aussicht. Ich erdreistete mich, die Zither-Musik aus dem Dritten Mann abzuspielen, leise aber unüberhörbar, das musste ich mir gönnen, als wir oben waren.
Und wider Erwarten hatte dann auch der Gatte ein großes Vergnügen am Rummelplatz, fuhr er doch mit dem Starflyer-Kettenkarussell, dem Praterturm, Österreichs höchstem Fahrgeschäft. 2010 war es noch das höchste Kettenkarussell der Welt. Der Mann hatte Spaß und ich schöne Fotos. (Und ich konnte das zweite Must-Do auf meiner Liste abhaken.
Wir machten uns danach auf den Heimweg ins Hotel zu Abendessen und Nachtruhe.

Fortsetzung folgt.

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