Freitag, 2. Oktober 2026
Reisekrimi Teil 4 – Ankommen in Wien
c. fabry, 20:45h
Wenn man von Nordwesten in die österreichische Hauptstadt einrollt, sieht man sofort, wo man ist: bunte Farbfelder unter Vermeidung rechter Winkel im Stile Friedensreich Hundertwassers – das Fernwärmewerk Spittelau.
Wir waren schnell in dem Stadtteil, in dem der Gatte das Appartement gebucht hatte. Ursprünglich war ja das Einrollen mit dem Rad längs der Donau geplant, darum logierten wir im Bezirk Brigittenau (nächste U-Bahn-Station Friedensbrücke), in einem unaufgeregten Hotel mit sympathisch verlottertem Hinterhof, der früher einmal als Biergarten gedient haben muss. Nette Menschen an der Rezeption, skurriles Appartment mit abenteuerlichem Stilmix, nicht perfekt, aber durchaus komfortabel und mit guter öffentlicher Verkehrsanbindung.
Wir packten aus, gönnten uns eine Teezeit mit Gebäck, planten das weitere Vorgehen und machten uns als erstes auf den Weg zum Hundertwasserhaus. Es wäre spannend gewesen auch die Innenansichten zu bewundern, aber es wäre ja eine Zumutung für die Bewohnenden, wenn ihnen ständig Touristen in der Wohnung herumständen. Ich fand es auch von außen eindrucksvoll und die im Stile Hundertwassers gestaltete Mini-Shoppingmall war ebenfalls ganz süß.
Dann steuerten wir das nächste von mir geplante Ziel an: Den Prater, inklusive Riesenrad. Ja, ich weiß, das machen alle, wie unkreativ, aber ich bitte Sie, zum ersten Mal in Wien und den Prater ignorieren? Das ist wie Paris ohne Eiffelturm, London ohne Towerbrigde, Berlin ohne Brandenburger Tor.
Außerdem ist der kirmesartige „Wurstlprater“ ja nur ein Bruchteil des gigantischen Parks mit Sportstätten, Skateranlagen, Tischtennisplatten, weitläufigen Wiesen, uralten Bäumen und viel echter Natur und nicht so zurechtgestutzt wie in Schönbrunn (das wir uns dann tatsächlich geschenkt haben, das kenne ich ja schon alles aus den Schissi-Filmen). Das Publikum war in jeder Hinsicht bunt, ein wirklich funktionierendes Naherholungsgebiet mit tiefenentspannter Atmosphäre, weil einfach genug Platz da ist und man sich nicht gegenseitig die Ohren abtritt.
Der Wurstlprater gefiel mir deutlich besser als ich erwartet hatte. Trotz moderner Fahrgeschäfte hat er noch viel von einem altmodischen Rummelplatz, natürlich habe ich die „Wilde Maus“ bewundert, die ich aus dem genialen Film von Josef Hader kenne, aber da waren noch mehr Buden, die zwar geschlossen waren, den Betrieb aber wegen ihrer historischen Kulisse optisch aufwerteten. Es roch nicht so aufdringlich nach grenzwertig angebranntem Karamell und zu heißem Frittenfett, es war nicht so laut und nicht so voll, reichlich Platz auf den Straßen zwischen den Geschäften. Nun gut, viel los schien eh nicht zu sein, denn beim Riesenrad mussten wir nicht Schlange stehen.
Ich wäre ja gern zu zweit in der Gondel gewesen – filmreif – aber das wäre natürlich nicht wirtschaftlich und so genossen wir italienische Mitreisende und die beeindruckende Aussicht. Ich erdreistete mich, die Zither-Musik aus dem Dritten Mann abzuspielen, leise aber unüberhörbar, das musste ich mir gönnen, als wir oben waren.
Und wider Erwarten hatte dann auch der Gatte ein großes Vergnügen am Rummelplatz, fuhr er doch mit dem Starflyer-Kettenkarussell, dem Praterturm, Österreichs höchstem Fahrgeschäft. 2010 war es noch das höchste Kettenkarussell der Welt. Der Mann hatte Spaß und ich schöne Fotos. (Und ich konnte das zweite Must-Do auf meiner Liste abhaken.
Wir machten uns danach auf den Heimweg ins Hotel zu Abendessen und Nachtruhe.
Fortsetzung folgt.
Wir waren schnell in dem Stadtteil, in dem der Gatte das Appartement gebucht hatte. Ursprünglich war ja das Einrollen mit dem Rad längs der Donau geplant, darum logierten wir im Bezirk Brigittenau (nächste U-Bahn-Station Friedensbrücke), in einem unaufgeregten Hotel mit sympathisch verlottertem Hinterhof, der früher einmal als Biergarten gedient haben muss. Nette Menschen an der Rezeption, skurriles Appartment mit abenteuerlichem Stilmix, nicht perfekt, aber durchaus komfortabel und mit guter öffentlicher Verkehrsanbindung.
Wir packten aus, gönnten uns eine Teezeit mit Gebäck, planten das weitere Vorgehen und machten uns als erstes auf den Weg zum Hundertwasserhaus. Es wäre spannend gewesen auch die Innenansichten zu bewundern, aber es wäre ja eine Zumutung für die Bewohnenden, wenn ihnen ständig Touristen in der Wohnung herumständen. Ich fand es auch von außen eindrucksvoll und die im Stile Hundertwassers gestaltete Mini-Shoppingmall war ebenfalls ganz süß.
Dann steuerten wir das nächste von mir geplante Ziel an: Den Prater, inklusive Riesenrad. Ja, ich weiß, das machen alle, wie unkreativ, aber ich bitte Sie, zum ersten Mal in Wien und den Prater ignorieren? Das ist wie Paris ohne Eiffelturm, London ohne Towerbrigde, Berlin ohne Brandenburger Tor.
Außerdem ist der kirmesartige „Wurstlprater“ ja nur ein Bruchteil des gigantischen Parks mit Sportstätten, Skateranlagen, Tischtennisplatten, weitläufigen Wiesen, uralten Bäumen und viel echter Natur und nicht so zurechtgestutzt wie in Schönbrunn (das wir uns dann tatsächlich geschenkt haben, das kenne ich ja schon alles aus den Schissi-Filmen). Das Publikum war in jeder Hinsicht bunt, ein wirklich funktionierendes Naherholungsgebiet mit tiefenentspannter Atmosphäre, weil einfach genug Platz da ist und man sich nicht gegenseitig die Ohren abtritt.
Der Wurstlprater gefiel mir deutlich besser als ich erwartet hatte. Trotz moderner Fahrgeschäfte hat er noch viel von einem altmodischen Rummelplatz, natürlich habe ich die „Wilde Maus“ bewundert, die ich aus dem genialen Film von Josef Hader kenne, aber da waren noch mehr Buden, die zwar geschlossen waren, den Betrieb aber wegen ihrer historischen Kulisse optisch aufwerteten. Es roch nicht so aufdringlich nach grenzwertig angebranntem Karamell und zu heißem Frittenfett, es war nicht so laut und nicht so voll, reichlich Platz auf den Straßen zwischen den Geschäften. Nun gut, viel los schien eh nicht zu sein, denn beim Riesenrad mussten wir nicht Schlange stehen.
Ich wäre ja gern zu zweit in der Gondel gewesen – filmreif – aber das wäre natürlich nicht wirtschaftlich und so genossen wir italienische Mitreisende und die beeindruckende Aussicht. Ich erdreistete mich, die Zither-Musik aus dem Dritten Mann abzuspielen, leise aber unüberhörbar, das musste ich mir gönnen, als wir oben waren.
Und wider Erwarten hatte dann auch der Gatte ein großes Vergnügen am Rummelplatz, fuhr er doch mit dem Starflyer-Kettenkarussell, dem Praterturm, Österreichs höchstem Fahrgeschäft. 2010 war es noch das höchste Kettenkarussell der Welt. Der Mann hatte Spaß und ich schöne Fotos. (Und ich konnte das zweite Must-Do auf meiner Liste abhaken.
Wir machten uns danach auf den Heimweg ins Hotel zu Abendessen und Nachtruhe.
Fortsetzung folgt.
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